Brandmalerei: Alles, was Sie wissen müssen
Holzbrennen ist gar nicht schwer. Man zeichnet einfach ein Motiv auf eine Holzoberfläche und fährt es mit einem Brennkolben nach.
Welches Holz eignet sich am besten?
Nicht jede Holzart ist zum Holzbrennen geeignet. Sie benötigen Holz, das:
- • weich ist (brennt leichter und gleichmäßiger)
- • hell ist (dadurch sind die Linien besser sichtbar)
- • wenig bis gar keine Maserung oder Äste hat
Raue Holzarten wie Palettenholz und Hartholz meiden, da diese oft ungleichmäßig und langsam brennen.
Brennen, auch Pyrographie genannt, arbeitet mit hohen Temperaturen (400–750 °C). Verwenden Sie daher unbehandeltes Holz (ohne Farbe, Lack oder Klebstoffreste). Arbeiten Sie auf einer hitzebeständigen Unterlage. Lassen Sie die heiße Spitze immer in einem Halter abkühlen.
Welche Werkzeuge benötige ich?
Es gibt im Wesentlichen zwei Arten von Brennkolben:
- 1. Holzbrennstift (feste Temperatur)
- • Preiswert
- • Ideal für Anfänger
- • Feste Temperatur? Weniger Kontrolle
- 2. Professioneller Pyrographiestift (einstellbare Temperatur)
- • Präziser
- • Schneller
- • Wechselspitzen bleiben schön warm
- • Ideal für Details, Schatten und fließende Linien
Faustregel: Je heißer der Stift, desto schneller brennt das Holz. Der Stift sollte sanft gleiten und nicht kratzen. Nicht zu fest drücken. Die Hitze erledigt die Arbeit. Den Brennkolben immer 5 Minuten vorheizen. Es gibt verschiedene Brennspitzen/Aufsätze für unterschiedliche Effekte. Niemals die Spitze oder den Hitzeschutz mit den Händen berühren! Wenn Sie die Spitze während des Brennvorgangs ändern möchten, lassen Sie den Brennkolben vorher vollständig abkühlen. Planen Sie daher im Voraus, welche Spitzen Sie verwenden möchten.
Welche Vorbereitungen kann ich treffen?
- • Zeichnen Sie Ihr Motiv mit Graphitpapier oder einem Transfermarker nach oder skizzieren Sie es leicht. Legen Sie das Graphitpapier mit der dunklen Seite nach unten und Ihre Zeichnung darauf. Tipp: Fixieren Sie Ihre Zeichnung und das Graphitpapier mit Kreppband und kleben Sie beides auf das Holz. Wenn Sie einen Transfermarker verwenden, legen Sie Ihr lasergedrucktes Motiv mit der bedruckten Seite nach unten auf das Holz und bewegen Sie den Transfermarker über die Rückseite des Papiers.
- • Üben Sie immer zuerst auf einem Holzrest. Üben Sie gerade Linien, Kurven, Punkte und das Erzeugen von hellen und dunklen Bereichen durch Variieren von Geschwindigkeit und Druck.
Beginnen Sie mit dem Brennen der Konturen. Fügen Sie dann die Details hinzu. Drücken Sie nicht zu fest. Drehen Sie immer das Holz, nicht Ihre Hand, um gleichmäßig und sauber arbeiten zu können.
Wie kann ich mein Projekt für ein schönes Ergebnis abschließen?
Sobald Ihr Design fertig ist, können Sie es mit einem natürlichen Öl oder einem Klarlack versiegeln. Lassen Sie alles vollständig trocknen.
Kann man auch ohne Brennkolben Holz brennen?
Holzbrenngel ist eine tolle Möglichkeit, unbehandeltes Holz ohne Brennkolben zu bearbeiten. Sie tragen ein spezielles Gel auf das Holz auf und aktivieren es anschließend mit einem Heißluftfön oder Brenner. Dadurch färbt sich das Holz an den gewünschten Stellen dunkel. Es entstehen scharfe, klare Linien – ideal für Schablonen und große Designs.
Das Holzbrenngel enthält Inhaltsstoffe, die beim Erhitzen das Holz zum Brennen bringen. Man erzeugt den Effekt durch Hitze und eine chemische Reaktion.
Wie funktioniert es?
- • Bereiten Sie Ihre Oberfläche wie für normales Brandmalen vor.
- • Befestigen Sie gegebenenfalls eine Schablone mit Klebeband.
- • Tragen Sie das Brandmalgel dünn mit einem Pinsel oder Schwamm auf. Verwenden Sie nicht zu viel Gel, um ein Verlaufen zu vermeiden.
- • Lassen Sie das Brandmalgel 5–10 Minuten trocknen. Je trockener das Gel, desto schärfer die Linien.
- • Halten Sie die Heißluftpistole einige Zentimeter über das Holz und erhitzen Sie es langsam und gleichmäßig. Innerhalb weniger Sekunden wird das Holz dunkler. Erhitzen Sie weiter, bis Sie den gewünschten Braunton erreicht haben. Je länger Sie erhitzen, desto dunkler wird die Farbe. Bewegen Sie die Pistole ständig, um ein Verbrennen oder Blasenbildung des Gels zu vermeiden.
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